Klamms Krieg & OUT! Gefangen im Netz

 

Mobile Klassenzimmerproduktionen mit anschließendem theaterpädagogischen Nachgespräch

 

Klamms Krieg

Klamms Krieg ist eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem deutschen Schulsystem, das seinerseits Fragen spiegelt, die außerhalb der Bildungsinstitution im Raum stehen: Was hat heute noch einen Wert? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Und was passiert, wenn man diesen Kampf um Werte ernsthaft aufnimmt? Das Stück hinterfragt sehr direkt die Situation an unseren Schulen. Die Geschichte eines Lehrers, eines Schülers und einer gesamten Klasse bietet für das Publikum immer wieder Möglichkeiten, den Bezug zu eigenen Erlebnissen in der Schule herzustellen. Jeden geht es an, jeder hat Schule erlebt, jeder ist betroffen. Es geht nicht darum, irgendeiner Seite in der Schule Vorwürfe zu machen, sondern über Zustand und Sinnhaftigkeit unseres heutigen Schulsystems, über die Beziehungen zwischen den LehrerInnen und SchülerInnen nachzudenken und darüber ins Gespräch zu kommen. Klamms Krieg soll als Denkanstoß für Lehrer und Schüler verstanden werden, gemeinsam die Schule zu einem lebenswerte(re)n Ort zu entwickeln.

 

Sascha war mein Schüler, richtig. Ein schlechter Schüler! Er hat nichts von Schillers Freiheitsbegriff verstanden, gar nichts! Trotzdem habe ich ihm für das letzte Semester fünf Punkte gegeben. Ich habe sie ihm gegeben aus Anerkennung - für sein Bemühen, seine redliche, wenn auch fruchtlose Anstrengung. Und obwohl ich wusste, dass sechs Punkte nötig gewesen wären, um ihn das Abitur bestehen zu lassen, habe ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht." Jetzt ist der Schüler tot, Selbstmord. Natürlich machen die Mitschüler Lehrer Klamm dafür verantwortlich. Er nimmt den Kampf gegen die schweigende Klasse auf mit allen Mitteln, die ihm dafür zur Verfügung stehen. Das Psychogramm eines frustrierten Lehrers, der an den eigenen und an den institutionellen Ansprüchen scheitert.

 

„Matisek Brockhues gibt den Lehrer Klamm in Franziska Steiofs äußerst sehenswerter Inszenierung als strengen gymnasialen Prototypen: Korrekte Kleidung, zackiger Schritt. Resolut in Gestus und Stimme, ringt er um Fassung, Respekt und Gnade…“

Kieler Nachrichten

 

Text: Kai Hensel

Verlag: Kiepenheuer

Regie: Franziska Steiof

Klamm: Matisek Brockhues

Premiere: 8. Juni 2002, Theater im Werftpark

 

Spieldauer 65min. mit anschließendem theaterpädagogischen Nachgespräch. Dauer insgesamt 90min., ab 10.-13. Schuljahr

Buchungen unter matisek@deich-art.de oder telefonisch unter 0178 325 44 22

Über die Projektdatenbank „KulturTeil - Kulturelle Teilhabe für Kinder und Jugendliche in Neumünster“ des Kulturbüros Neumünster wird Klamms Krieg bei einer Aufführung in NMS mit 70% der Projektkosten unterstützt. Informationen und Projektantrag unter Klamms Krieg in Neumünster

 

OUT! Gefangen im Netz

 

Am Anfang ist nur dieser Satz. Im Netz. Plötzlich reden alle über dich. Ganz klar, deine Schuld, du hast es schließlich provoziert. Dann tauchen die Bilder auf. Und ein Video. Ein Ende ist nicht in Sicht und du hast das Gefühl zu ersticken. Du willst dem Ganzen ein Ende setzen. Es aus deinem Leben löschen. Aber du kannst nichts löschen. Nichts. Denn das Internet vergisst dich nicht.

 

Was zunächst noch als Aufklärungsunterricht durch den vermeintlichen Polizisten Dominik Stein daherkommt, entpuppt sich schon bald als bittere Realität: Dominik erzählt keineswegs einen Fall aus seinem Polizeialltag, sondern von seiner Schwester Vicky.

Nach der Uraufführung dieses hochaktuellen Stückes 2013 am Theater Lübeck meldete der NDR: "Die Möglichkeiten von Facebook & Co., anderen zu schaden, sind so unbegrenzt wie das Internet und können sowohl jeden treffen als auch jeden verlocken, dabei mitzumachen." Knut Winkmann beschreibt in seinem Klassenzimmerstück die Faszination und die Gefahr von Cybermobbing im Internet, zeigt aber zugleich wie man sich dagegen wehren kann. Was Dominik Stein den Schülern von seiner Schwester berichtet, stellt sich im Laufe der Handlung als eine erlebte www.endlos-hölle.de heraus. Das jugendliche Publikum erkennt sich unweigerlich wieder, und was anfänglich noch einen gewissen Unterhaltungswert hat, schlägt am Ende in Betroffenheit um. Und die Frage, die plötzlich die User-Gemeinde umtreibt, lautet: Wie wird man die Geister, die man ruft, auch wieder los? Wer schützt uns vor der Eigendynamik und dem Missbrauch des Mediums Internet, wenn nicht wir selbst?

"An jedem Unfug, der passiert, sind nicht nur die schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern."                      Erich Kästner in "Das fliegende Klassenzimmer"

Text: Knut Winkmann

Verlag: Hofmann-Paul

Regie: Matisek Brockhues

Dominik Stein: Eirik Behrendt

Premiere 31. März 2014, Theater im Werftpark

 

"Das Stück geht nah, berührt, geht unter die Haut. Und es ist eine Ein-Mann-Show. Mit einer unnachahmlichen, brillanten Schauspielkunst schlüpft Schauspieler Eirik Behrendt in unzählige Rollen und fesselt seine jugendlichen Zuschauer eine Schulstunde lang in ihrem eigenen Klassenraum." GSP Schönberg, S. Lükemann

 

Spieldauer 50min. mit anschließendem theaterpädagogischen Nachgespräch. Dauer insgesamt 90min., ab 8.-10. Schuljahr

Buchungen unter eirik@deich-art.de oder telefonisch unter 0160 816 23 57

Flyer DeichArt im Klassenzimmer zum Download